Time Machine Backup-Laufwerk voll? So beheben Sie es

Externes Time Machine Backup-Laufwerk mit durchscheinenden Ringen alter Backups, die sich in Licht auflösen, als Symbol für freigegebenen Speicherplatz.

Wenn Ihr Time Machine Backup-Laufwerk voll ist, muss nicht sofort eine neue Festplatte her. In den meisten Fällen lassen sich einige der bereits vorhandenen, veralteten Backups löschen, sodass automatische Backups innerhalb weniger Minuten wieder laufen.

Zunächst eine Einschränkung des Umfangs: Dieser Artikel behandelt die externe Festplatte, auf die Time Machine sichert, nicht die lokalen Snapshots, die macOS auf der internen Festplatte des Mac speichert. Wer Speicherplatz auf dem Mac selbst und nicht auf dem Backup-Laufwerk freigeben möchte, findet die passende Anleitung unter wie man lokale Time Machine Backups auf dem Mac deaktiviert.

Ein volles oder fast volles Backup-Laufwerk ist häufig gar kein Problem, das behoben werden muss. Apple selbst gibt an, dass Time Machine beim Volllaufen der Festplatte automatisch die ältesten Backups löscht, um Platz für neue zu schaffen, und danach einfach weiterläuft. Diese Warnung löst sich also oft von selbst. Es lohnt sich, selbst einzugreifen, wenn Backups tatsächlich fehlschlagen, der Speicherplatz anderweitig gebraucht wird oder eine längere Backup-Historie gewünscht ist, als die Festplatte aktuell zulässt. Trifft eines davon zu, folgt hier, was zuverlässig funktioniert. Weitere Informationen finden Sie in Apples Anleitung dazu, was zu tun ist, wenn das Time Machine Backup-Laufwerk voll ist.

Alte Time Machine Backups löschen

Time Machine speichert jedes Backup als separaten, datierten Snapshot. Ein Backup wird also immer im Ganzen gelöscht, nicht durch das Herauspicken einzelner Dateien aus einem alten Stand. Apple veröffentlicht dazu keine offizielle Anleitung zum Entfernen bestehender Backups. Was folgt, basiert daher auf praktischen Tests und den Erfahrungen versierter Mac-Nutzer, nicht nur darauf, was die Menüs vermuten lassen.

Unter dem „…“-Menü in der Time Machine App findet sich mitunter die Option „Backup löschen”. Funktioniert sie, umso besser. Auf vielen Macs mit einem APFS-formatierten Backup-Laufwerk (Standard seit macOS Big Sur, also inzwischen bei den meisten Nutzern) fehlt diese Option jedoch komplett oder ist ausgegraut, und selbst wenn sie vorhanden ist, passiert oft schlicht nichts. Darauf sollte man sich nicht als Hauptmethode verlassen.

Was zuverlässig funktioniert: Das Backup direkt vom Laufwerk im Finder löschen. Öffnen Sie das Backup-Laufwerk im Finder, entweder per Doppelklick in der Seitenleiste oder auf dem Schreibtisch. Dort erscheinen die datierten Backups als Ordner oder Pakete. Klicken Sie bei gedrückter Ctrl-Taste auf das zu entfernende Backup und löschen Sie es. Dies ist ein endgültiges Löschen, es landet nicht im Papierkorb, ein Rückgängigmachen ist danach nicht mehr möglich. Löschen Sie stets ein komplettes datiertes Backup, niemals einzelne Dateien aus einem alten Stand. Da APFS-Backups Daten zwischen Snapshots teilen, schlagen dateiweise Löschungen innerhalb eines Backups meist fehl oder hinterlassen einen fehlerhaften Zustand.

Die zuverlässigste Methode, besonders wenn das Löschen über den Finder Probleme macht: tmutil im Terminal. Diese Methode ist unabhängig von der grafischen Oberfläche und funktioniert unabhängig davon, was die Time Machine App gerade tut.

  1. Gewähren Sie dem Terminal vollständigen Festplattenzugriff unter Systemeinstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Vollständiger Festplattenzugriff. Ohne diese Berechtigung erkennen tmutil-Befehle möglicherweise nichts oder schlagen ganz fehl.
  2. Führen Sie tmutil listbackups aus, um die datierten Backups auf der Festplatte anzuzeigen.
  3. Löschen Sie eines davon mit:
sudo tmutil delete -d "/Volumes/<IhrBackupLaufwerk>" -t <Zeitstempel>

Die -t-Option lässt sich mehrfach angeben, um mehrere Backups in einem Befehl zu löschen. Bleiben Sie bei der -d/-t-Form, die ältere Syntax mit reinem Pfad, die in älteren Anleitungen manchmal auftaucht, ist auf APFS-Backup-Laufwerken nicht zuverlässig.

Liegen die Backups auf einem NAS oder einer Netzwerkfreigabe statt auf einer direkt angeschlossenen Festplatte, werden sie in einem .sparsebundle-Disk-Image gespeichert statt als lose Ordner. Mounten Sie dieses Sparsebundle zunächst (Doppelklick über das Netzwerk), danach lässt sich derselbe Weg über den Finder anwenden. Das gezielte Entfernen einzelner Backups innerhalb eines Netzwerk-Sparsebundles ist jedoch heikel und offiziell nicht unterstützt, hier ist also besondere Vorsicht angebracht.

Die meisten Backup-Laufwerke sind heute APFS-formatiert, und Time Machine speichert jedes Backup als schreibgeschützten Snapshot. Genau deshalb wird ein komplettes datiertes Backup gelöscht, statt den Inhalt eines alten Stands zu bearbeiten. Wurde eine Festplatte zuletzt vor macOS Big Sur formatiert und seither nicht neu formatiert, verwendet sie unter Umständen noch die ältere Backups.backupdb-Ordnerstruktur, die leicht anderen Regeln folgt, was mittlerweile aber selten vorkommt.

Weitere Wege, ein volles Backup-Laufwerk zu beheben

Das Löschen alter Backups ist nicht die einzige Stellschraube. Gibt es Ordner, die nicht gesichert werden müssen, etwa eine große Videobibliothek oder ein Downloads-Ordner, dessen Verlauf keine Rolle spielt, lassen sich diese in Time Machines Einstellungen zur Ausschlussliste hinzufügen, damit jedes künftige Backup kleiner ausfällt. Diese Liste wird unter Time Machine Einstellungen auf dem Mac verwaltet.

Wird der Speicherplatz trotz Löschen oder Ausschließen immer wieder knapp, empfiehlt Apple tatsächlich, eine neue oder größere Backup-Festplatte anzuschließen, als Faustregel gilt in etwa das Doppelte der Speicherkapazität des Mac. Das Löschen alter Backups verschafft zwar Zeit, verwirft aber auch Wiederherstellungsverlauf, der später gebraucht werden könnte. Es sollte also als Kompromiss betrachtet werden, nicht als kostenlose Lösung. Eine größere Festplatte ist die dauerhaftere Antwort, wenn sich das Problem wiederholt.

Warum das Time Machine Backup-Laufwerk nach dem Löschen immer noch voll ist

Das Löschen eines einzelnen Backups gibt nicht zwangsläufig so viel Speicherplatz frei wie erwartet, da Backups Daten zwischen Snapshots teilen, sofern sich Dateien nicht geändert haben. Das Löschen mehrerer älterer Backups gibt in der Regel mehr sichtbaren Speicherplatz frei als das Löschen nur des jüngsten.

Und hier stolpern viele: Der „−“-Button (Minus) unter Systemeinstellungen > Allgemein > Time Machine löscht nichts von der Festplatte. Er entfernt die Festplatte lediglich als Backup-Ziel, vergisst sie also als Ziel, ohne die bereits gespeicherten Backups zu löschen. Wird der Speicherplatz benötigt, ist eine der oben genannten Löschmethoden der richtige Weg. Die aktuelle Konfiguration lässt sich unter Time Machine Einstellungen auf dem Mac einsehen.

Wer nach dem Aufräumen ein neues Backup-Laufwerk einrichtet, findet in der Anleitung wie man Time Machine auf dem Mac einrichtet den kompletten Ablauf von Grund auf. Fressen nicht nur alte Backups, sondern auch doppelte Dateien Speicherplatz auf dem externen Laufwerk, hilft doppelte Dateien auf externen Mac-Laufwerken finden & entfernen weiter. Für einen umfassenderen Blick auf die Speicherplatzrückgewinnung auf dem Mac selbst lohnt sich Speicherplatz auf dem Mac freigeben.

Mehr Speicherplatz mit Zero Duplicates freigeben

Alte Backups sind nicht das Einzige, was eine Festplatte füllt. Zero Duplicates durchsucht externe Laufwerke und den Mac nach doppelten Dateien, indem es den tatsächlichen Dateiinhalt vergleicht, sodass sich zusätzlich zur Backup-Bereinigung weiterer Speicherplatz zurückgewinnen lässt.

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